Presseinformation – 28. September 2011 – Mit Erlaubnis der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland e.V.

Mythos Intimchirurgie

Um das Thema Intimchirurgie ranken sich viele Mythen. Patienten, die einen intimchirurgischen Eingriff haben durchführen lassen, sprechen verständlicherweise nur ungern darüber; Aufklärung über die tatsächlichen Gründe, die zu einem intimchirurgischen Eingriff führen, gibt es wenig. 

Die vorgelegte Statistik zu den Zahlen von Schönheitsoperationen hat gezeigt, dass es einen Anstieg von intimchirurgischen Eingriffen zu verzeichnen gibt. Ein Grund liegt sicherlich in der Darstellung rasierter weiblicher Genitalien in den Medien. Der bisher „privateste“ Körperbereich erhielt zunehmend mehr Aufmerksamkeit. Der Trend der teil- oder vollrasierten Scham zog ein Schönheitsideal des Intimbereichs nach sich, das sich vor allem an der jugendlichen Scham orientierte. Klar heraus gestellt werden muss allerdings, dass es ein ‚Idealbild’ des Intimbereichs nicht gibt. Jeder intimchirurgische Eingriff muss sich an den individuellen Voraussetzungen, an den Beweggründen und an dem persönlichen Schönheitsideal orientieren. Zudem darf die Funktion des zu Korrigierenden niemals beeinträchtigt werden. Diesem Grundsatz hat sich jede ästhetische Vorstellung unterzuordnen. 

Beweggründe

Gründe, die eine Frau dazu bewegen kann, den Intimbereich chirurgisch korrigieren zu lassen sind entweder medizinisch oder ästhetisch motiviert. Zu den medizinischen Indikationen gehören körperliche Beschwerden durch z.B. genetische- oder alterungsbedingte, zum Teil ausgeprägte Vergrößerung der Schamlippen, die zu Schmerzen beim Fahrradfahren oder auch beim Intimverkehr führen können. Mindestens ebenso schwer wiegen können auch psychische Indikationen. So kann ein nicht dem eigenen Idealbild entsprechender, also subjektiv als weniger ästhetisch empfundener Schambereich zu mitunter großen psychischen Belastungen führen. Circa 50 Prozent der Eingriffe erfolgen aus funktionellen, also medizinischen Gründen – 50 Prozent sind ästhetisch motiviert. Die äußerliche Korrektur betrifft vor allem Frauen zwischen 20 – 30 Jahre, die innere Korrektur bezieht sich vor allem auf Frauen nach Schwangerschaft.

Intimchirurgische Eingriffe

Die Intimchirurgie ist, wie in der allgemeinen Öffentlichkeit oftmals angenommen, nicht nur Labienchirurgie sondern kann das gesamte weibliche Genital betreffen. Die Klitoris bleibt grundsätzlich unberührt, die Lage der Klitoris kann jedoch wenig verändert werden. Zu den intimchirurgischen Eingriffen gehören die Korrektur der Schamlippe, der Vagina, die innere Vaginalstraffung und des Venushügels. 

Korrektur der Schamlippe

Die Schamlippen dienen dem Schutz der Vagina. Man unterscheidet zwischen den kleinen oder inneren Schamlippen und den großen bzw. äußeren Schamlippen. Die kleinen Schamlippen werden bei geschlechtsreifen normalgewichtigen Frauen nur zum Teil oder gar nicht von den größeren verdeckt. Bei einigen Frauen jedoch sind die kleinen Schamlippen relativ groß (angeboren) und ragen somit zum Teil weit über die äußeren Schamlippen heraus. Auch können die äußeren Schamlippen ein zu großes oder auch zu kleines Volumen aufweisen. Schmerzen bei sportlichen Aktivitäten wie Reiten oder Radfahren und Beschwerden beim Intimverkehr können die Folge sein. Zudem empfinden viele Frauen übergroße Schamlippen als nicht ästhetisch. 

Bei einer Verkleinerung der inneren Schamlippen wird das überschüssige Gewebe operativ entfernt, so dass anschließend wieder ein harmonisches Gesamtbild des Intimbereichs entsteht und Schmerzen bei Sport oder Intimverkehr beseitigt werden. Eine Verkleinerung der äußeren Schamlippen kann durch das Entfernen überschüssigen Fettgewebes erreicht werden (Liposuktion). Dieser Eingriff erfolgt grundsätzlich unter lokaler Betäubung. Gelegentlich können die äußeren Schamlippen nur gering ausgebildet oder aus Altersgründen erschlafft sein. Da diese größtenteils aus Fettgewebe bestehen, sind sie bei normalgewichtigen Frauen eher kleiner angelegt. Um ihnen eine wohlproportionierte oder prallere Form zurückzugeben, können sie mit Eigenfett oder Hyaluronsäure unterspritzt werden. 

Korrektur der Vagina

Die Worte Vagina und Scheide werden gemeinhin auf den gesamten Intimbereich der Frau bezogen, tatsächlich bezeichnen beide Begriffe aber nur dessen innen liegenden Teil.
Durch die natürliche Alterung und im Zusammenhang mit Geburten verliert das Gewebe der Vagina an Elastizität und es kann zu einer Weitung kommen. Dieser Prozess ist vergleichbar mit der Lockerung des Bauches nach einer Schwangerschaft. Starke Dehnungsprozesse bei einer Geburt auf ‚natürlichem Wege’ lockern das Gewebe der Vagina. Einige Frauen klagen in der Folge über einen Verlust an Gefühl beim Intimverkehr. 

Um die ursprüngliche Größe der Vagina wiederherzustellen, können im Rahmen eines operativen Eingriffsüberschüssige Hautteile entfernt bzw. die Haut gestrafft werden. Die Vagina ist dadurch wieder gespannt und enger. Durch Geburten wird vor allem der hintere Teil der Scheide gedehnt und oft überdehnt. Bei einer Korrektur wird dieser hintere Anteil der Scheide angehoben, um die ursprüngliche Enge wiederherzustellen. Mit dem Eingriff ist i.d.R. eine Steigerung des Empfindens verbunden. 

Korrektur des Venushügels

Der Venushügel oder Schamhügel ist die Erhebung oberhalb der weiblichen Schamlippen. Er ist ganz oder teilweise durch die Schambehaarung bedeckt und besteht aus einer Einlagerung von Fettgewebe unter der Haut. Dieses bildet sich im Laufe der Pubertät. Als Grund für dessen Existenz wird eine polsternde Schutzfunktion des Schambeins angenommen. 

Je nach genetischer Anlage und individueller Konstitution kann der Venushügel wenig aber auch sehr deutlich ausgebildet sein und sich bei enger Kleidung nach außen abzeichnen. Die Wechseljahre oder eine Gewichtszunahme können durch weitere Fetteinlagerung zu einer zusätzlichen Ausprägung führen. In diesem Fall wünschen sich viele Frauen, ihren als zu groß empfundenen Venushügel auf ihr ästhetisches Maß zu reduzieren. Die einfachste Methode, dem Venushügel ein flacheres Aussehen zu geben besteht darin, das überschüssige Fettgewebe abzusaugen.